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MO ins nächste Jahrtausend

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MO ins nächste Jahrtausend

Mir entsteht der Eindruck, dass Medical Office Funktionen, die sich Arztpraxen seit über zehn Jahren wünschen und die mit modernen Technologien wie KI längst realisierbar wären, zunehmend nicht mehr integriert anbietet, sondern kostenpflichtig aufsetzt – etwa bei MIA. Ist das jetzt der neue Kurs?

Problematisch wäre aus meiner Sicht insbesondere eine mögliche Einschränkung von Schnittstellen, durch die individuelle oder deutlich günstigere Eigenlösungen faktisch verdrängt würden zugunsten kostenpflichtiger Zusatzmodule. Also eigentlich wäre ich dann stinksauer, wenn ich nicht ohnehin bald aufhören würde.

Wenn ich sehe, dass MIA rund 119 €+MwSt im Monat/Arzt kosten soll, frage ich mich schon, worin der eigentliche Mehrwert liegt. Einen großen Teil der Funktionen setze ich bereits heute mit einem einfachen Raummikrofon kostenlos um, ohne Programmieraufwand – und mit einer guten KI für etwa 20 Euro monatlich erreiche ich eine noch bessere Performance.  

Durch die zunehmend restriktiven Rahmenbedingungen und Honorarbegrenzungen seitens der KVen kommen sicher viele Praxen auf die Idee der Ausgabenoptimierung, sodass inzwischen selbst zusätzliche Gebühren im zwei- oder dreistelligen Bereich sorgfältig bedacht werden dürften.

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Uns ist bewusst, dass Praxen angesichts begrenzter Honorare und gleichzeitig steigender Personal-, Energie- und Betriebskosten jede zusätzliche monatliche Ausgabe sehr genau prüfen müssen.

Nein, es ist nicht unser neuer Kurs, bisherige Standardfunktionen aus MEDICAL OFFICE herauszulösen und anschließend nur noch kostenpflichtig anzubieten. Bei MIA handelt es sich um eine neue, optionale Leistung, die auf dauerhaft betriebenen KI- und Rechenzentrumsleistungen basiert. Solche Leistungen verursachen nicht nur einmaligen Entwicklungsaufwand, sondern fortlaufende Kosten für Verarbeitung, Betrieb, Sicherheit, Weiterentwicklung und Support.

Sie haben allerdings recht: Die reine Aufzeichnung und Transkription eines Gesprächs ist heute kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Das lässt sich mit allgemeinen KI-Werkzeugen oder eigenständigen Transkriptionslösungen zum Teil deutlich günstiger abbilden.

Der Unterschied von MIA soll deshalb gerade nicht darin bestehen, lediglich ein Mikrofon mit einer KI zu verbinden. Der Mehrwert liegt in der unmittelbaren Einbindung in MEDICAL OFFICE:

– MIA wird direkt aus dem jeweiligen Patienten- und Behandlungskontext heraus verwendet.
– Das Gespräch wird nicht nur transkribiert, sondern in strukturierte Dokumentationsentwürfe aufbereitet, beispielsweise für Anamnese, Befund oder Allergien.
– Die Vorschläge können geprüft, bearbeitet und selektiv oder vollständig in das Krankenblatt übernommen werden.
– Es sind kein Wechsel in eine andere Anwendung, kein manueller Export und kein Copy-and-paste zwischen verschiedenen Systemen erforderlich.
– Der Dokumentationsablauf bleibt für Ärzte und Praxisteam innerhalb der gewohnten Praxissoftware nachvollziehbar.
– Die medizinische Kontrolle verbleibt vollständig beim Anwender: Es erfolgt keine automatische Übernahme, sondern immer eine aktive Prüfung und Freigabe.
– Die Verarbeitung erfolgt in einem deutschen Rechenzentrum; Patientendaten werden nicht für das Training der KI verwendet.

Der Vergleich mit einer allgemeinen KI für rund 20 Euro monatlich greift daher nur teilweise. Der Preis einer solchen KI umfasst in der Regel vor allem den Zugang zu einem allgemeinen Sprachmodell. Er umfasst nicht automatisch die sichere Einbindung in die Patientenakte, die Zuordnung zum konkreten Behandlungsfall, den strukturierten Übernahmeprozess, die datenschutzkonforme Betriebsumgebung, die Bereitstellung von Aufklärungs- und Datenschutzinformationen sowie den Support innerhalb der Praxissoftware.

Das bedeutet nicht, dass MIA für jede Praxis wirtschaftlich sinnvoll sein muss. Wer mit einer eigenen Lösung gut arbeitet und den zusätzlichen Aufwand für Übertragung, Datenschutz, technische Organisation und Kontrolle selbst übernehmen möchte, kann zu einer anderen Bewertung kommen. MIA richtet sich insbesondere an Praxen, die eine vollständig integrierte und im laufenden Sprechstundenbetrieb möglichst einfach nutzbare Lösung wünschen.

Wichtig ist zudem: Die derzeit ausgewiesenen 119 Euro netto werden nicht je Arzt berechnet, sondern je gleichzeitig nutzbarem Gesprächsassistenten. Eine Lizenz kann zeitversetzt von mehreren Ärzten verwendet werden. Nur wenn mehrere Ärzte MIA parallel einsetzen möchten, werden entsprechend mehrere Lizenzen benötigt.

Auch Ihre Sorge hinsichtlich der Schnittstellen nehmen wir ernst. Es ist nicht unser Ziel, externe oder individuell entwickelte Lösungen künstlich zu verdrängen. MEDICAL OFFICE bietet bereits heute verschiedene standardisierte Schnittstellen und Anbindungsmöglichkeiten. Gleichzeitig können wir aus Gründen der Datensicherheit, Stabilität und Verantwortlichkeit keinen beliebigen direkten Zugriff auf die produktive Patientendatenbank ermöglichen. Einschränkungen dienen daher nicht dazu, ein kostenpflichtiges Zusatzmodul durchzusetzen, sondern dem Schutz der Datenintegrität und einem kontrollierbaren Betrieb.

Letztlich muss MIA seinen Preis durch eine tatsächliche Zeitersparnis und weniger Nacharbeit rechtfertigen. Daran werden wir die Lösung messen lassen. Wer diesen Nutzen für seine Praxis nicht sieht, soll MIA selbstverständlich nicht buchen müssen.

MfG H.Rügen

Mit freundlichen Grüßen
Heiko Rügen
INDAMED Team

Gute Idee, habe ich gleich mal  grob umgesetzt. Ich kann da auch Kauderwelsch reden, die KI macht Medizin daraus. Das ist nur ein Beispiel, Form und Umfang sind frei wählbar.

Das haben wir gebaut:

Ein kostenloses Desktop-Tool (HTML-Datei) das direkt im Browser läuft — kein Abo, keine Cloud, kein Datenschutzproblem.

Workflow:

  1. Patientennummer eingeben → Patient springt automatisch in Medical Office auf (über BDT-Schnittstelle)
  2. Gespräch diktieren per Win+H (Windows-Bordmittel, kostenlos)
  3. Klick auf „Strukturieren“ → Claude KI erstellt daraus eine saubere medizinische Dokumentation mit Überschriften (Anamnese, Befund, Diagnose, Maßnahmen, ICD-10)
  4. Zusätzlich läuft automatisch eine klinische Zweitmeinung — die KI meldet fehlende Untersuchungen, Red Flags oder Differentialdiagnosen
  5. Text kopieren → in MO einfügen

Kosten: Ca. 0,1–0,2 Cent pro Gespräch über die Anthropic API (Claude Haiku)

Datenschutz: Verarbeitung über Anthropic API — Patientendaten werden nicht für KI-Training verwendet laut Anthropic AGB. Keine Patientennamen im Tool, nur Nummern.

Offene Frage z.B. ans Forum:

Der Patientenaufruf über BDT funktioniert bereits automatisch aus einem externen HTML-Tool.

Nächster Schritt den wir nicht lösen konnten:

Wie kann ein externes Tool (Python/pyautogui oder andere Methode) in Medical Office automatisch einen neuen TB-Eintrag erstellen und dort Text einfügen?

Manuell geht es so: Man tippt tb in die Karteikarte → ein Texteditor öffnet sich → Text eingeben → Fenster schließen → automatisch gespeichert.

Fragen:

  • Gibt es dafür eine GDT/BDT-Schnittstelle die Karteikartentexte übergeben kann?
  • Oder eine andere API/Schnittstelle in Medical Office?
  • Hat jemand das mit pyautogui oder ähnlichem gelöst?
Hochgeladene Dateien:
  • Dikatat-KI.jpg