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Speicherplatz verkleinern durch Patientenlöschung

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Speicherplatz verkleinern durch Patientenlöschung

Wenn man in einer Praxis mit MO über viele Jahre digital gearbeitet hat, kann die Datenbank durch ältere Patientenakten sowie zahlreiche archivierte Dokumente und Anhänge sehr groß werden. Dadurch können Backups irgendwann extrem lange dauern und sehr viel Speicherplatz benötigen. Es gibt ja die Löschfunktion im DPS.

Wenn Patienten oder Dokumente in MO gelöscht werden – werden diese Daten tatsächlich physisch aus der Datenbank entfernt, sodass Speicherplatz frei wird? Oder werden lediglich die Einträge aus der Oberfläche bzw. Kartei entfernt, während die eigentlichen Datenbankdateien unverändert groß bleiben?

Insbesondere interessant wäre:

  • Werden gelöschte Patienten wirklich aus Archiv / Firebird/MariaDB entfernt, oder wo auch immer die Daten stecken entfernt?
  • Wird der belegte Speicherplatz dadurch tatsächlich kleiner?
  • Gibt es Datenbank-Wartungsfunktionen oder Prozesse zur echten Bereinigung bzw. Komprimierung der Datenbanken? (MariaDB)

Gerade bei langjährig digital arbeitenden Praxen dürfte das zunehmend relevant werden. Z.B. Kinderarztpraxen mit 35000 Patienten, und 15000 Patienten die mittlerweile 28+ Jahre alt sind und gelöscht werden könnten.

Sofia Dedinska-Eichele hat auf diesen Beitrag reagiert.
Sofia Dedinska-Eichele

Guten Tag,

vielen Dank für die sehr berechtigte und praxisnahe Frage. Gerade bei langjährig vollständig digital arbeitenden Praxen kann das Datenvolumen erheblich anwachsen, insbesondere durch gescannte Dokumente, Befunde, Anhänge, Archivdaten und alte Patientenakten.

Grundsätzlich ist dabei zwischen fachlichem Löschen in MEDICAL OFFICE und einer technischen Verkleinerung der Datenbankdateien zu unterscheiden.

Wenn Patienten oder Dokumente in MEDICAL OFFICE gelöscht werden, werden diese Daten aus der Anwendung heraus entfernt und stehen anschließend nicht mehr in der normalen Oberfläche bzw. Kartei zur Verfügung. Je nach Datenart betrifft dies auch die zugehörigen Archiv- bzw. Dokumentenverweise.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die zugrunde liegenden Datenbankdateien unmittelbar kleiner werden. Datenbanken wie Firebird oder MariaDB geben einmal belegten Speicherplatz in der Regel nicht sofort an das Betriebssystem zurück. Häufig wird freigewordener Platz innerhalb der Datenbank zunächst nur intern als wiederverwendbar markiert. Die Datenbank kann diesen Platz dann für neue Daten verwenden, die physische Datei auf der Festplatte bleibt aber zunächst gleich groß.

Konkret heißt das:

Gelöschte Patienten und Dokumente werden fachlich aus MEDICAL OFFICE entfernt.
Soweit die Löschfunktion die betreffenden Daten vollständig umfasst, werden die entsprechenden Datensätze bzw. Dokumentverknüpfungen auch aus den jeweiligen Datenbeständen entfernt. Dabei sind allerdings gesetzliche Aufbewahrungsfristen, Dokumentationspflichten und etwaige revisionssichere Archivierungsanforderungen zu beachten. Ein pauschales Löschen alter Patienten ist daher fachlich und rechtlich immer vorher zu prüfen.

Der belegte Speicherplatz wird dadurch nicht zwingend sofort kleiner.
Auch wenn Daten gelöscht wurden, bleibt die Datenbankdatei häufig zunächst in ihrer bisherigen Größe bestehen. Der gelöschte Bereich kann intern wiederverwendet werden, führt aber nicht automatisch zu einer kleineren Datei oder zu deutlich kleineren Backups.

Eine echte physische Verkleinerung erfordert in der Regel Wartungs- bzw. Komprimierungsprozesse.
Bei MariaDB wären dies beispielsweise datenbankspezifische Optimierungs- bzw. Reorganisationsprozesse. Solche Arbeiten sollten allerdings nicht manuell oder „nebenbei“ durchgeführt werden, sondern nur abgestimmt und kontrolliert, da sie je nach Datenmenge, Tabellenstruktur und Systemumgebung erhebliche Laufzeiten verursachen und ein aktuelles, geprüftes Backup voraussetzen.

Für Praxen mit sehr großen Datenbeständen – etwa Kinderarztpraxen mit mehreren zehntausend Patienten und vielen archivierten Dokumenten – empfehlen wir daher, das Thema nicht nur über die Löschfunktion zu betrachten, sondern als eigenes Bereinigungs- bzw. Archivierungskonzept zu planen:

  1. Welche Patienten oder Dokumente dürfen rechtlich überhaupt gelöscht werden?
  2. Welche Daten liegen in der eigentlichen Datenbank, welche im Archiv bzw. Dateisystem?
  3. Welche Auswirkungen hätte die Löschung auf Dokumentation, Abrechnung, Nachvollziehbarkeit und Auskunftspflichten?
  4. Welche technische Wartung ist anschließend erforderlich, damit sich die Datenbank bzw. das Backupvolumen tatsächlich reduziert?

Zusammengefasst:
Das Löschen in MEDICAL OFFICE entfernt die Daten fachlich aus der Anwendung. Eine unmittelbare Reduzierung der physischen Datenbankgröße ist dadurch aber nicht garantiert. Damit Speicherplatz und Backupzeiten tatsächlich reduziert werden, können zusätzliche Datenbank-Wartungs- oder Komprimierungsmaßnahmen erforderlich sein. Diese sollten im Einzelfall durch unseren Support bzw. die Technik geprüft und begleitet werden.

Gerne können wir für betroffene Praxen eine konkrete Analyse des Datenbestands und der Backupgröße durchführen, um zu bewerten, welche Maßnahmen sinnvoll und sicher umsetzbar sind.

bro, H.Schumacher und Thomas Schössow haben auf diesen Beitrag reagiert.
broH.SchumacherThomas Schössow
Mit freundlichen Grüßen
Heiko Rügen
INDAMED Team