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Stromausfall – USV und andere Nickelichkeiten

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Stromausfall – USV und andere Nickelichkeiten

Letzte Woche hatten wir einen mehrstündigen Stromausfall in der gesamten Stadt. Zeitweise ging überhaupt nichts mehr. Nachdem der Strom zunächst wieder da war, fiel er anschließend noch mehrfach aus, weil Avacon die Ursache offenbar zunächst nicht gefunden hatte. Es lag jedenfalls weder an „den Russen“ noch am Gewitter. Da es für komplexe Rechner nicht gerade optimal ist, ihnen einfach den Strom zu entziehen, habe ich mir inzwischen eine USV-Anlage angeschafft. Früher – vor etwa 20 Jahren – habe ich bei Problemen oft einfach den Stecker gezogen. Damals wirkten die Systeme insgesamt robuster oder zumindest weniger empfindlich. Die USV läuft jetzt so, dass die Clients sauber abmeldet werden. Anschließend erfolgt ein kontrolliertes Datenbank-Backup über Robocopy, so wie ich es ohnehin regelmäßig mache. Zusätzlich habe ich für den shutdown eine Prüfschleife eingebaut, um sicherzustellen, dass der Shutdown-Prozess tatsächlich korrekt funktioniert. Gerade in so einem Szenario ist es wichtig, dass die Abschaltung zuverlässig und kontrolliert abläuft.

Aber:

Automatisierte Shutdown-Routine für einen MEDICAL OFFICE Server, die bei einem Stromausfall (über eine USV/PowerChute) folgendes machen soll: MO an allen Arbeitsplätzen stoppen, stop.mo. Firebird-Dienst und den Guardian-Dienst herunterfahren, eine Datensicherung durchführen, danach die Dienste wieder starten und den Server kontrolliert herunterfahren.

Um das zuverlässig zu timen, hatte ich ursprünglich eine Prüfschleife eingebaut, die den Windows-Dienststatus abfragt, z. B. so:

:waitstop
sc query "FirebirdServerMEDICALOFFICE" | find "STOPPED" >nul
if errorlevel 1 (
    timeout /t 1 >nul
    goto waitstop
)

Die Idee dahinter: Statt fest z. B. 10 Sekunden zu warten, prüft das Skript aktiv, ob der Dienst laut Windows wirklich im Zustand „STOPPED“ bzw. beim Neustart in „RUNNING“ ist, und macht erst dann weiter.

Jetzt wurde mir gesagt, dass man sich darauf nicht verlassen kann: Auch wenn Windows (sc query bzw. der Dienste-Manager) einen Dienst als „wird ausgeführt“ anzeigt, heißt das offenbar nicht zwangsläufig, dass MEDICAL OFFICE selbst den Dienst intern als tatsächlich betriebsbereit ansieht. Und das war auch so beim Testlauf. Obwohl ich stop.mo manuell gelöscht habe, ging trotzdem nix. Die Dienste waren weg.

Angeblich sollen die Dienste so belassen bleiben.

Meine Fragen dazu:

  1. Stimmt das, und falls ja: Woran liegt das? Initialisiert MO nach dem reinen Windows-Dienststart noch eigene interne Schritte (z. B. Datenbank-Verbindungsaufbau, Lizenzprüfung, interne Locks), die zeitlich unabhängig vom Windows-Dienststatus laufen?
  2. Betrifft das nur den Start, oder genauso das Stoppen (dass ein Dienst laut Windows schon „STOPPED“ ist, MO/Firebird intern aber noch nicht fertig abgeschlossen hat, z. B. offene Transaktionen)?
  3. Gibt es einen zuverlässigeren Weg, aus einem Skript heraus zu prüfen, ob MO wirklich einsatzbereit ist – z. B. eine Datei, ein Registry-Wert, ein Kommandozeilen-Tool oder eine Log-Datei, die den internen Zustand korrekt widerspiegelt?
  4. Falls es keine zuverlässige Prüfmöglichkeit gibt: Wie geht ihr in der Praxis mit automatisierten Szenarien um (USV-gesteuerter Shutdown, geplante Wartungsfenster etc.), wo man auf einen sauberen, abgeschlossenen Start/Stopp der Dienste angewiesen ist?

Aktuell behelfe ich mir mit festen Wartezeiten (z. B. 10 Sekunden nach net stop/net start) statt der Prüfschleife, aber das ist natürlich nur eine Krücke – bei einer langsameren/größeren Datenbank könnte das knapp werden, bei einer kleinen Installation ist es unnötig lang.

insgesammt findet man immer mehr ungereimtheiten, wenn man sich damit beschäftigt.

Für jede Erleuchtung dankbar!

 

Übrigens: So eine USV ist eine dolle Sache ( APC USV Smart-UPS SMT750IC, 6 Ausgänge, IEC C13, 750 VA, 395 Euro vor 3 Tagen, jetzt 440 Euro) zusätzlich ein Mobeye PowerGuard (CM4100) – 4G LTE-M/2G Stromausmelder, für die Meldung auf Handy. SIM Karte von denen macht Sinn 4 Euro im Monat, die wählt sich in jeden Mast ein und das ist wichtig, denn der Stromausfall hat bei uns Stadtweit auch Vodafone und Telekom lahmgelegt, weil die USV des Mastes nur 2 H durchgehalten hat. Nur O2 Telefónica war erreichbar. Da habe ich mir auch noch eine Prepaid besorgt für die nächste Katastrophe, denn kein Strom kein Netz kein gar nix.  Den Avacon-Mitarbeiter habe ich zufällig in der Stadt getroffen (Kühlschrankinhalt musste gerettet werden, der Apotheker hatte einen Generator am laufen, es war wie nach einem Drohenangriff) und direkt gefragt, was eigentlich los sei. Seine Antwort war sinngemäß: „So genau wissen wir das momentan selbst noch nicht. An drei Stellen seine Fehler im Netz. Industriegebiet völlig lahmgelegt und der größte Teil der Stadt, bis in die Peripherie. Aber solche Fälle werden in den nächsten Jahren wohl häufiger vorkommen.“ Warum genau, hat er allerdings nicht näher erklärt. Alle Orte drum rum ohne Strom, nur mein kleiner Weiler, der hatte Strom, aber kein Netz, weil wir keinen Masten haben. Hätte ich eine richtig große Praxis, dann würde ich mir noch Funknetz anschaffen. Teltonikarouter an USV mit Multisim, welches alle Anbieter abdeckt.

 

Zitat von bro am 3. Juli 2026, 9:51 Uhr

Meine Fragen dazu:

Falls es keine zuverlässige Prüfmöglichkeit gibt: Wie geht ihr in der Praxis mit automatisierten Szenarien um (USV-gesteuerter Shutdown, geplante Wartungsfenster etc.), wo man auf einen sauberen, abgeschlossenen Start/Stopp der Dienste angewiesen ist?

Mein Vorgehen:

Bei Stromausfall Server einfach runterfahren, die Clients haben keine USV und sind bei Stromausfall eh weg. Datensicherung während Stromausfall brauche ich nicht, brauche ich wenn überhaupt dann von vorher, also regelmäßig eine machen.

Für konsistenten Zustand der Dienste macht man einen Neustart, dann ist es im bestmöglichen Zustand. Besser wird es nicht. Mehr zu machen oder zu prüfen lässt einem nur graue Haare wachsen, Windows hat immer irgendwelche Fehler im Ereignisprotokoll, das ist halt Windows.

Lg C.Schnell

Thomas Schössow hat auf diesen Beitrag reagiert.
Thomas Schössow

Das heißt,  es spielt keine Rolle, ob wir eine konsistente Datenbanksicherung machen, wenn ich den Stecker ziehe, dann verliere ich halt vielleicht irgendwelche Daten, aber ich zerstöre nicht komplett meine Firebird Datenbank.

Thomas Schössow hat auf diesen Beitrag reagiert.
Thomas Schössow
Zitat von bro am 3. Juli 2026, 11:20 Uhr

Das heißt,  es spielt keine Rolle, ob wir eine konsistente Datenbanksicherung machen, wenn ich den Stecker ziehe, dann verliere ich halt vielleicht irgendwelche Daten, aber ich zerstöre nicht komplett meine Firebird Datenbank.

So war es bisher bei uns, mehrfacher Stromausfall, eigentlich SUV, aber zuletzt ohne Funktion, -> Nach komplettem Neustart normale Funktion des Servers. Die Clients bleiben bei uns auch unberücksichtigt.

Thomas Schössow hat auf diesen Beitrag reagiert.
Thomas Schössow

Und Sie ziehen ja nicht einfach den Stecker, sondern sie haben ein USV, welches den Server kontrolliert herunterfährt. Damit sind sie ziemlich sicher. 

Unkontrolliertes Ausschalten geht oft, aber nicht immer -> versuchen zu vermeiden.

Thomas Schössow hat auf diesen Beitrag reagiert.
Thomas Schössow

Backup in einer Situation starten, die sowieso schon ein Ausnahmezustand ist halte ich auch nicht für zielführend.
Den Server sauber&kontrolliert runterfahren ist das einzige was man machen sollte – gegen Ende der Laufzeit der USV.

Die Clients hängen eh nicht an der USV, die muss ich da nicht bedenken.

Backup während der Server an der Batterie hängt verkürzt ggf. die Batterielaufzeit und im Zweifelsfall fährt der Server runter, während das Backup läuft.

Thomas Schössow hat auf diesen Beitrag reagiert.
Thomas Schössow

Also na ja, mein USV hat theoretisch 60 Minuten Laufzeit, ich brauche für die Sicherung unter 5 Minuten da ist doch locker Zeit drin, eine ordentliche Datenbanksicherung noch zu machen. Ich habe das so gestaltet, dass wenn die Datensicherung aus irgendeinem Grunde nicht durchläuft, was bisher nie der Fall war, aber könnte ja sein überschreibt die USV die Situation und fährt Windows kontrolliert runter. Und schaltet den Rechner natürlich aus..